Presseecho   2003: lieder vom wegrand           2002: strahlt ein stern           2001: öffnet euch, himmel               1999: an den vogel frühling   1998: an den vogel frühling   1998: mit erde und wind gesungen  

 

Freie Presse Mittweida

Frankenberg/Sachsenburg:
Gelungen: Sachsen singt auf Sachsenburg

100 begeisterte Zuhörer beim Auftakt des Chorfestivals „Saxonia cantat“ im Burghof


Die Premiere des Chorfestivals „Saxonia cantat“ am Sonnabend auf der Sachsenburg hätte kein Regisseur besser inszenieren können: Über 100 erwartungsvolle Besucher hatten im schattigen Burghof Platz genommen. Den Sängerinnen und Sängern der vier mitwirkenden Chöre dagegen strahlte die Sonne bei ihrem Auftritt ins Gesicht und setzte sie ins rechte Licht. ...

  Den zweiten Teil der Musik sächsischer Komponisten prägte die Chorleiterin und Komponistin Sylke Zimpel aus Dresden. Ihre beiden Formationen „femmes vocales“ und „chorbühne TRITONUS dresden“ überzeugten durch herrliche Stimmen, klangvoll und zart zugleich, moderne Arrangements und lyrische Texte. Ein Markenzeichen beider Formationen sind Volksliedbearbeitungen in Originalsprache, wobei sie dem Publikum ein musikalisches Fenster nach Ost- und Südeuropa öffnen. Die 19 jungen Frauen von „femmes vocales“ stellten auch einen Titel von Jürgen Golle vor, die anspruchsvolle kleine Motette „Cantamus ad gloriam musicae“.   Sylke Zimpel brachte zum Konzert gleich mehrere ihrer Kompositionen zur Uraufführung, Dabei standen die beiden jiddischen Volkslieder „Mamenju, ljubenju“ und das heitere „un as der rebe singt“ , mit dem sich die Chorbühne TRITONUS verabschiedete, in der Publikumsgunst ganz oben. Von der Chorkonzert-Premiere angetan war Komponist Jürgen Golle: „Ein wunderbarer Nachmittag in inspirierender Kulisse, sowohl für die Besucher als auch die Chöre, die hier eine willkommene Auftrittsmöglichkeit gefunden haben. Ein gelungener Anfang für eine anspruchsvolle Konzertreihe.“


Von Christel-Maria Höppner
15.6.2003
 

Dresdner Neueste Nachrichten, 9.12.02
Liebe alte Weisen

Ein Programm aus bekannten und weniger bekannten Adventsliedern präsentierten in der Versöhnungkirche zwei Chöre, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: der über 100 Jahre alte Männerchor Striesen und der erst sieben Jahre bestehende, reine Frauenchor femmes vocales. Und eben in diese Beschränkung ist lag auch das Problem des Konzertes. Irgendwie fehlt im Chorklang immer die jeweils andere Klangseite, ist die Palette der Ausdrucksmöglichkeiten zu eingegrenzt.

  Ungeachtet diese Einwände erfreuten beide Chöre vor allem durch Klangschönheit und immer wieder Klangschönheit. Die Leiterin Susanne Antkowiak ließ hier keine Abstriche zu. Man erlebte den alten Praetotius-Satz "der Morgenstern ist aufgedrungen", unter diesen Voraussetzungen vom Sopran geprägt. Da das Durchschnittsalter der Frauen sehr niedrig ist, man mit großem Engagement bei der Sache und gut vorbereitet war, erfreute das - im Rahmen der oben erwähnten Grenzen - runde, ausgewogenen Klangbild, von etwaigen Verzerrungen ungetrübt. Interessante Farben kamen ins Konzert, als die Damen sich auch ausländischer Litetratur, etwa aus Russland oder Tschechien zuwandten.  

Kraftvoll und homogen brachte der Männerchor Striesen, auch er erstaunlicherweise von einem in allen Stimmgruppen gleichstarken und sich gut zusammenfügenden Ensembleklang geziert, dann Ausschnitte aus Schuberts "deutscher MEsse" oder auch das uralte Adventslied "Adele Fidestes" (wenn ides nur nicht gar so MArschmäßig geklungen hätte) zu Gehör. In schön differenzierter Klangkultur nahm man sich der WEise "Leise rieselt der SChnee" im Schicha-Satz und der Mauersberger-Version des Brahmsschen "Guten Abend, gut Nacht" an. Richtig schhön wurde es bei den weigen gmeinsamen Auftritten beider Chöre, etwa in dem Kanon "Nun kommt für uns die schöne Zeit".

M. Hanns

  SAX - Das Dresdner Stadtmagazin - 12.01
Mit eigenem Klang Klischees aufbrechen
Der Frauenchor »femmes vocales«

Singen ist nicht allein Sache der Stimme. Chorleiterin Sylke Zimpel könnte darauf ein Extra-Lied anstimmen. Ein musizierendes Zwerchfell braucht Spannung, »Achseln und Schulterblätter singen mit«, wie sie erklärt. Wenn Zimpel ihren Frauenchor »femmes vocales« einsingt, lockern sich Körper und Seele gleichermaßen. Es ist nötig, denn das, woran danach gearbeitet wird, ist keine leichte Kost. Vielmehr verrät das Repertoire andere Ansprüche. Dennoch – die Probenatmosphäre ist angenehm entspannt, auch das klangliche Ergebnis spricht für sich.
 

Zimpel gründete den Chor 1995. Mittlerweile sind es fast zwanzig Frauen, die im Alltag unterschiedlichste Dinge tun und hier eine zusätzliche Herausforderung angenommen haben: mittelalterliche Weisen, europäische Volkslieder in Originalsprache, Musik des 20. Jahrhunderts. Im Repertoire finden sich zudem Werke der Chorleiterin, die in Dresden Komposition studierte und mehrfach Preise erhielt.

»femmes vocales« stellt mehr dar als nur einen Chor gleicher Stimmen. »Es treten andere Emotionen hervor, wenn Frauen allein singen. Die tiefen Stimmen kommen ganz anders zur Geltung«, sagt Zimpel. »Wir möchten das Klischee aufbrechen, das der Kategorie Frauenchor gern angeheftet wird«, betont sie, ohne zu provozieren.

 

Bei den Sängerinnen zwischen 20 und 35 ist es nicht ausgelassene Freude am Musizieren allein – man spürt Respekt und Verantwortung den Werken gegenüber. Einige gönnen sich zusätzlich Stimmbildung. Zimpel brachte das Volkslied »Der saure Winter« in einen sechsstimmigen Satz. Sperrige Intervalle und freie Stimmeinsätze fordern nicht nur Technik und Gehör, sondern auch die Einstellung. »Man muss innerlich auf die Töne warten, sie weder erzwingen noch festhalten.« Und sich von der Vorstellung leiten lassen: »Die Helligkeit ist beim tiefsten Ton am größten«. Der helle Klang des dreistimmigen russischen Kirchenliedes »Ljubjeznaja serzu« erinnert ein wenig an den kehligen Gesang im Herkunftsland.

 

Hugo Disters Chorsatz »O Heiland reiß die Himmel auf« reizt mit spröden Harmonien auf vertrauter Melodie. Agogik ist hier besonders gefragt, sängerische Schwierigkeiten möchte Zimpel von den Gesichtern ihrer Choristinnen nicht ablesen. »Ihr müsst euch freuen!«, nur dann bekommt der Text Aussagekraft. Freuen dürfen wir uns auf die nächsten Programme des Chores.

Karsten Blüthgen

 

"Freie Presse" 8. / 9. Mai 1999

Volkslieder and "Vogel Frühling" erklingen
Dresdner Frauenchor singt zum Abschluß der Europawoche in der Petrikirche - Gelungene Experimente

"...Die Chorleiterin Sylke Zimpel hat selbst traditionelle Gesänge, beispielsweise aus Mähren, Skandinavien, Südosteuropa und dem Jiddischen Kulturkreis gesammelt und für die knapp zwanzig Sängerinnen ihres Ensembles bearbeitet. Zwei geistliche Gesänge des Mittelalters kamen dank der Akustik des Kirchenraumes besonders gut zur Wirkung.

 

Bewährt hat sich mittlerweile die Zusammenarbeit mit dem Musiker Andreas Böttcher. Seine Orgelimprovisationen, die moderne Rythmen und unerwartete Klangeffekte verarbeiten, bieten einen interessanten Kontrast zu den Chorsätzen. Ein gelungenes Experiment ist außerdem die bei einigen Liedern vorgestellte Verbindung von Böttchers Improvisationen am fretless-bass mit dem Klangbild der Frauenstimmen..."

 

"Sächsische Zeitung" 24. Juni 1998

Volks- und Liebesweisen
"femmes vocales" geht neue Wege

"Liebeslieder und Jazz - volle, warme Frauenchorstimmen. Nebenher gleiten und springen die Töne einer Baßgitarre. ein ungewöhnliches Klangerlebnis, das der Dresdner Frauenchor "femmes vocales" und der Musiker Andreas Böttcher bieten. "Es ist ein gewagtes, aber auch interessantes Zusammenspiel. Dadurch bekommen die Chorlieder eine neue Dimension", sagt Sylke Zimpel, Komponistin und studierte Chordirigentin begeistert.

 

Wie Landschaften sieht sie die frei improvisierten Klänge vorüberzeihen. Gegenden in Mähren, Litauen, Bulgarien, Griechenland und Italien, wo die Liebes-, Braut- und Volkslieder herstammen.
 
...Die Chorleiterin reist auch in die Landschaften "ihrer" Lieder, wanderte durch Mähren und Litauen mit dem Rucksack.
 
... "

(lv)

 

"Freie Presse - Flöhaer Zeitung" 9. Juni 1998

Lieder von Erde und Wind
Frauenchor femmes vocales und Hannes Heyne verzaubern in der Alten Spinnere in in Hennersdorf

"Freunde der Chormusik kamen am Sonnabend im Werk- und Studienzentrum Hennersdorf auf ihre Kosten. "Mit Erde und Wind gesungen" war verheißungsvoll die Einladung zum Konzert mit dem Frauenchor femmes vocales unter der Leitung von Sylke Zimpel und dem Virtuosen der besonderen Art, Hannes Heyne aus Dresden, überschrieben.
 
Akustisch steht der Raum in der Alten Spinnerei einer Kirche kaum nach,

 

wodurch die Stimmen ihre klangliche Vollendung erfuhr. Heiter, besinnlich, getragen, wehmütig bis hoffnungsvoll bewegten sich die 18 Sängerinnen im Wechselbad der Gefühle.
 
...Die Chorleiterin legte ihre Seele ins Dirigieren. Die kleine Person wuchs förmlich über sich hinaus und verschmolz mit den Sängerinnen zu einem Ganzen. Sie tauchte in die Welt ein, aus der sie in tagelangen Wanderungen alte Volkslieder schöpfte....
 
Der lang anhaltende Beifall war der Lohn für das reichlich einstündige Konzert. "

Helga Steiner                            zurück